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Wie viel Gläser braucht der Mensch?

 

 

Wie viel Gläser braucht der Mensch?

Eine Frage, die allgemeingültig kaum zu beantworten ist. Es gibt zu viele verschiedene Getränke, und es gibt eine Unzahl spezifischer Gläser. Spezifisch nicht nur für bestimmte Getränke zum Beispiel Martini, sondern auch noch spezifisch für bestimmte Länder. Man denke nur an Cognac bzw. Weinbrand. Da gibt es besonders oder fast nur in Deutschland den Schwenker, der allerdings in Misskredit gekommen ist. Denn es hat sich herumgesprochen, dass es nicht als Zeichen hoher Kennerschaft gilt, seinen Cognac vorher aufzuwärmen. Mehr und mehr wird deshalb das Original, das klassische Cognac-Glas bevorzugt. Ein Glas, das aussieht wie ein zu klein geratenes Champagner-Glas und in dem der Duft des edlen Getränkes besonders gut zur Geltung kommt. Ein Glas mit vielen Vorzügen, denn es eignet sich auch sehr gut für "Klare", aber auch für Sherry, Madeira und Port und ebenso gut für edelsüße Weine wie zum Beispiel Auslesen.

 

Das richtige Weinglas - eine Geheimwissenschaft?

Sicher gibt es kein Weinglas, welches einen schwachen Wein in einen Nobeltropfen verwandeln kann. Aber ein falsches Weinglas kann den Geschmack eines guten Weines sehr wohl verschlechtern. Vereinfacht kann man zwischen weingerechten und weniger weingerechten Gläsern unterscheiden; das ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Anlasses. So gibt es festlich geschliffene Gläser, nicht unbedingt weingerecht, aber doch sehr gut geeignet, einem festlichen Abend den passenden Rahmen zu geben. Wenn es aber "nur" darum geht, den Geschmack zu betonen, sollte man weingerechten Gläsern den Vorzug geben. Denn ein weingerechtes Glas kann den Weingenuss optimieren. Das ist auch eine Frage der persönlichen Wahrnehmung; denn das Geschmackserlebnis unserer Zunge ist sehr begrenzt. Salzig, süß, sauer, bitter, warm und kalt, das ist schon alles, was man mit der Zunge schmeckt. Den großen Rest unseres Weinerlebnisses verdanken wir unserer Nase.

 

Weißwein

Weißwein
Bei Weißweinen ist die Frage lieblich oder trocken entscheidend. Der trockene Wein braucht den eingezogenen, der liebliche den ausgestellten Mundrand.

Weißweingläser sind, vergleicht man sie mit Rotweingläsern, relativ klein. Der Grund: Fruchtige Weißweine sollte man kühl bei etwa acht bis zehn Grad genießen. Aus einem zu großen Glas genossen, würde sich der Wein, auch durch die Eigentemperatur des Glases, zu schnell erwärmen. Also lieber öfter nachschenken.

 

Rotwein

Rotwein
Rotweingläser sind größer als Weißweingläser, denn der Rotwein braucht die Begegnung mit der Luft.

Rotwein dagegen braucht die Begegnung mit der Luft. Dies wird mit einem großvolumigen Glas, durch Drehen und Schwenken erleichtert; denn der Rotwein kann, bedingt durch die Vergrößerung der Oberfläche, so sein Bukett optimal zur Geltung bringen. Übrigens, die Trinktemperatur sollte bei Rotwein zwischen 16 bis maximal 18 Grad liegen. Also keineswegs bei so genannter "Zimmertemperatur" servieren. Diese heute falsche Regel wurde im vorigen Jahrhundert aufgestellt, als es noch keine Zentralheizung gab. Auch die zweite Regel ist recht einfach. Trockene Weine sollte man aus Gläsern mit eingezogenem Mundrand genießen, für liebliche Weine sollte man Gläser mit ausgestelltem Mundrand bevorzugen. Fassen wir zusammen. Es gibt also Gläser für Weißwein (kleines Glas) und für Rotwein (großes Glas) sowie für trockene Weine (eingezogener Mundrand) und für liebliche Weine (ausgestellter Mundrand). Entsprechend der Vielfalt der Weine haben sich für bestimmte Weine in bestimmten Ländern besondere Glasformen entwickelt: Zwei der berühmtesten kommen von unserem Nachbarn aus Frankreich. Es sind dies besondere Gläser für (roten) Burgunder und (roten) Bordeaux. Beide Weine gehören mehr der trockenen Geschmacksrichtung an. Folgerichtig sind beide Gläser sehr großvolumig und weisen einen eingezogenen Mundrand auf.

 

Sekt

Sekt
Für Sekt bevorzugt man schlanke Kelche. Ein Moussierpunkt unterstützt das "Perlen".

Auch für Schaumwein gibt es Tipps: Fruchtig prickelnder Sekt lässt sich sehr gut in hohen, schlanken Kelchen genießen. Der Genuss wird auch optisch vollendet, wenn sich am Boden des Kelches ein so genannter Moussierpunkt befindet, der die aufsteigenden Perlenketten besonders reizvoll zur Geltung bringt.

 

Champagner

Champagner
Leicht bauchig, mit eiförmigem Kelch: Das richtige Glas für den König der Weine, den Champagner.

Nobler Champagner sollte stilvoll nur in seinem Glas, dem Champagnerkelch, präsentiert werden. Es zeigt auf hohem Stiel einen leicht bauchigen, eiförmigen Kelch. Das richtige Glas für den König der Weine.